Draußen war es kalt und hat geregnet. Perfekt um sich daheim der Musik zu widmen. Ich setzte mich mit einer Tasse und dem alten Keyboard von meinem Großvater ins Bett und experimentierte mit einigen Jazz-Akkorden herum. Meine Klavierkenntnisse und Fähigkeiten halten sich in Grenzen, dennoch entwickelte sich eine Akkordfolge die mir gefiel. Ohne theoretisches Wissen, was genau ich überhaupt für Akkorde und Noten spielte, nahm ich einige Takes an meinem Computer auf.
Als sich das Ganze dann nicht so anhörte wie ich mir das vorgestellt hatte, zudem auch noch mein Laptop abstürzte und die letze halbe Stunde Arbeit verloren ging, beschloss ich es gut sein zu lassen. In der Zwischenzeit widmete ich mich wieder einigen anderen musikalischen Ideen, war aber stets unzufrieden mit den Ergebnissen.
Einige Tage später, an einem Sonntag, als sich das Wetter wieder ähnlich verhielt, griff ich die Melodie noch einmal auf. Dieses Mal entwickelte sich etwas völlig anderes. Die Rhytmik veränderte sich und bekamen mehr Pausen, die die Melodie stärker betonen. Die Elemente passten dieses mal besser zusammen als noch einige Tage zuvor.
Die Tonhöhen der einzelnen Elemente ließen sich erfolgreicher aufeinander abstimmen, so dass ein runderes Endprodukt entstehen kann. Mit Hilfe vieler einzelner Kompressoren, die in der Musiksoftware am Computer eingefügt werden könne, ließ sich die Breite der Tonfrequenzen etwas bündeln. Beziehungsweise, aneinander anpassen.
Natürlich ist die Produktion, wie fast alles was ich bisher aufgenommen habe, in einer Rohform. Das heißt nicht gemastert. In manchen Fällen fehlt sogar noch der letzte Schliff, den ich immer gerne ein bisschen vor mir her schiebe.
Da ich Zuhause war konnte ich ja „echte“ Instrumente verwenden. Dabei hat mich unter anderem der Sound der Bassgitarre viel Arbeit gekostet. Die Saiten waren viel zu alt und teilweise angerostet. Den Bass vor der Aufnahme schlicht neu zu besaiten, wäre vermutlich weniger arbeitsintensiv gewesen, als das Herumprobieren im Anschluss in der Software. Letztendlich kann sich der Sound der Bassfrequenz, im Bezug auf die Umstände unter denen sie aufgenommen wurde, durchaus sehen lassen.
Als multimedialer Beitrag habe ich zu der ganzen Sache ein kleines Making of Video gemacht. Im Video ist das Meiste wahrscheinlich besser erkennbar als ich es formulieren könnte. Ich konnte mir nachträglich nicht verkneifen noch ein paar Noten auf der Gitarre einzuspielen. Der Sound ist leider mies. Aber wenn schon mal mit echten Instrumenten, dann richtig. Mit Sicherheit hätte eine Verbesserung des Gitarren-Sounds mich weitere Stunden an Arbeit gekostet. Dabei war die Soundqualität hier ebenfalls auf zu alte Saiten zurückzuführen.
Die Video-Aufnahmen wurden alle mit meinem alten Smartphone aufgenommen und sind deswegen nicht unbedingt hochaufgelöst.
Das Bild läuft nur knapp eine Minute, danach läuft der Beat noch etwas weiter. Es wiederholt sich aber alles nur noch. Auch wenn alles selbst eingespielt ist, sind die Sequenzen trotzdem geloopt. Leider ist auch die Belichtung des Videos alles andere als professionell. Leider ist das Licht in meiner Wohnung für derartige Aufnahmen nicht geeignet. Abhilfe musste in diesem Fall meine Schreibtischlampe schaffen. Das hatte zur Folge, dass die Bilder sehr gelblich waren. Leider ließ sich dieses Problem auch in der Post-Production nicht wirklich beseitigen.
